Hast du Fragen? ... Hier findest du vielleicht eine passende Antwort...
1. Angemessene Information
Trauernde Kinder haben das Recht, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen und Informationen, die ihnen erklären, was geschehen ist, warum es geschah und was als Nächstes geschehen wird.
2. Beteiligt sein
Trauernde Kinder sollten gefragt werden, ob sie an Entscheidungen, die Auswirkungen auf ihr Leben haben, beteiligt sein möchten (z.B. Vorbereitung der Beerdigung, Erinnerung an bestimmte Jahrestage).
3. Beteiligung der Familie
Trauernde Kinder sollten Hilfe bekommen, die auch ihre Eltern (bzw. ein Elternteil) mit einschließt und die Intimsphäre eines jeden Kindes respektiert.
4. Zusammensein mit anderen
Trauernden Kindern tut es gut, mit anderen Kindern zusammen zu sein, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
5. Die Geschichte erzählen
Trauernde Kinder haben das Recht, ihre Geschichte auf ganz unterschiedliche Weise zu erzählen und mit dieser Geschichte auch gehört, gelesen oder gesehen zu werden von den Menschen, die für sie wichtig sind. Zum Beispiel durch Zeichnungen, Puppen, Briefe und Worte.
6. Gefühle ausdrücken
Trauernde Kinder sollten sich berechtigt fühlen, alle ihre Empfindungen, die mit ihrer Trauer verbunden sind, auszudrücken: z.B. Zorn, Traurigkeit, Schuld, Angst. Sie haben das Recht auf Hilfestellung, damit sie das in angemessener Weise tun können.
7. Niemand ist schuld
Trauernde Kinder brauchen Hilfe, um begreifen zu können, dass sie für einen Tod nicht verantwortlich sind und daran auch keine Schuld tragen.
8. Alltag
Trauernde Kinder sollten die Möglichkeit haben, sich dafür zu entscheiden, Aktivitäten und Interessen fortzuführen, die ihnen bisher wichtig waren.
9. Die Verantwortung der Schule
Trauernden Kindern tut es gut, wenn sie eine angemessene und positive Reaktion ihrer Schule oder ihres College erfahren.
10. Erinnerung
Trauernde Kinder haben das Recht, sich für den Rest ihres Lebens an einen verstorbenen Menschen zu erinnern, wenn sie das wollen. Das schließt auch Erinnerungen ein (gute und schlimme), in denen der/die Verstorbene wieder lebendig wird. Auf diese Weise wird dieser Mensch ein wohltuender Teil in der fortschreitenden Lebensgeschichte des Kindes.
Literaturnachweis:
Paul, Chris (Hrsg.) (2001), Neue Wege in der Trauer- und Sterbebegleitung, Gütersloh, S. 47-50 (basierend auf: Developing services for bereaved children: a discussion of the theoretical and practical issues involved, in Mortality, vol. 4, Nr. 3, 1999, übersetzt von Peter Paul)